Wenn Männlein und Weiblein sich näher kommen ...
01.07.2009
Wenn Männlein und Weiblein sich näher kommen, dann kann es zu einer "Paarbildung" kommen. So z.B. gleich zwei Mal geschehen in Krumbeck im Juli 2009. Für mich ein liebenswertes und beeindruckendes Ritual, ist das Dorfgemeinschaftliche Binden einer Girlande für das zukünftige Brautpaar. Auch ehrt man ein Paar gern zu silbernen, goldenen u.a. besonderen Hochzeiten.
Anfangs schwärmen in der Regel ortskundige Herren aus und "besorgen" (natürlich aus ökologischer Sicht in unbedenklicher Weise) das nötige Grünmaterial. Tanne, Eichenlaub oder auch Buchsbaum ist hierfür gut geeignet. Der Tag der Eheschließung nennt sich schließlich nicht umsonst: "Grüne Hochzeit".
Auf einem liebevoll hergerichteten Arbeitstisch entsteht dann von den sachkundigen Damen des Dorfes das Kunstwerk. Hierbei kommen dann auch schon Mal Nachwuchskräfte zum Einsatz, die nach alter Tradition von der gereiften Generation eingewiesen werden. Farbenfroher Blumenschmuck rundet die ca. 8m lange Girlande schließlich ab.
Alten Legenden zur Folge soll hier die Farbe Rot dem Paar Glück bringen und entfaltet eine schützende Wirkung gegen böse Geister. Um die Liebesgöttin Venus auf das Paar aufmerksam zu machen, kann man in die Girlanden Myrte einflechten. Die Myrte steht für dauerhaftes Liebesglück, symbolisiert Lebenskraft gepaart mit Gesundheit und ist der Göttin Venus geweiht. Die Myrte findet man deshalb auch im Brautstrauß oder im Haarschmuck der Braut.
Der ganze Arbeitseinsatz wird gern von einem kleinen Umtrunk - wohl auch, um irgendwelche Geister zu vertreiben - begleitet.
Die fertige Girlande wird dann am Vortag des eigentlichen Festes durch viele kleine und große Hände durch das Dorf getragen, um sie dann schmuckvoll um den Eingangsbereich der betroffenen Behausung anzubringen. Das Paar darf das jetzt fertige Kunstwerk nun auch bewundern und bedankt sich in geselliger Runde mit einem kleinen Gesundheitstrank (schon wieder Geister vertreiben!?).
Ich hoffe, dass diese tolle gemeinschaftliche Tradition über viele weitere Generationen weiter bestehen wird.
Liebe Grüße
Andreas Haase






