A 20 - freie Fahrt ab Juni ... und der Lärm

29.04.2009

Hallo liebe A20-Fans!

In den Lübecker Nachrichten vom 19./20.04.2009 waren interessante Artikel über den aktuellen Stand zu den Bauarbeiten der Autobahn A20 zu lesen.

» A 20 Richtung Westen: Freie Fahrt ab Juni
» A 20: Für die Anwohner soll der Lärmpegel sinken

Darin wird u.a. beschrieben, dass sich die Bauarbeiten für  das Teilstück bis Geschendorf auf der Zielgeraden befinden. Auch wird des weiteren von den Berechnungen des Kieler und des Berliner Verkehrsministeriums berichtet, nachdem im Jahr 2015 mit 30 000 Autos täglich fast dreimal so viele Fahrzeuge an den Dörfern Weede, Strukdorf, Langniendorf und Mönkhagen vorbei rollen werden wie bisher. Doch interessanterweise soll der Lärmpegel viel geringer sein als heute auf der Bundesstraße 206, denn die Autobahn verläuft in einem Trog.

Daraufhin hat unser lieber Till Niemeyer einen netten Leserbrief verfasst, der auch am 26.04.2009 in der LN veröffentlicht wurde. Da das Thema uns alle angeht, hier nun der Brief von Herrn Niemeyer:

Sehr geehrte Redaktion,
in der LN-Ausgabe vom 19./20. April 2009 berichtet Herr Bastian Modrow über den Baufortschritt der A20, die mit der Inbetriebnahme bis Geschendorf den Dörfern in der Autobahnnähe nur Vorteile bringen soll. Ich will nicht eine unnötige Autobahndebatte aufwärmen aber auf zwei Punkte muss hier hingewiesen werden:
 
  1. Der Lärmpegel für die Anwohner wird nicht sinken, da die Autobahn nicht wie beschrieben in einem Trog verläuft, sondern heute tatsächlich die Landschaft über weite Strecken auf einem Damm etwa 5 Meter über Niveau durchquert. Das zitierte Lärmgutachten entstand lange vor Baubeginn, als offenbar am grünen Tisch noch ein tiefer liegender Straßenverlauf geplant wurde.

  2. Die Kreisstraße K37 überbrückt die Autobahn bei Krumbeck. Diese neue Brücke im Kreis Ostholstein verfügt jedoch weder über einen Radweg noch über einen Fußweg! Nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer (z.B. alte Personen und Kinder) müssen sich ungeschützt auf der Fahrbahn bewegen. Die Bauverantwortlichen sind hier ihrer Pflicht hinsichtlich der Verkehrssicherheit gegenüber den Anwohnern nicht nachgekommen; bei Brücken angrenzender Kreise wurden Rad- und Fußwege vorgesehen. Ganz zu schweigen von einer geradezu prachtvollen Brücke für Wildschweine, Rehe und Co. Aber, wie gesagt, bei der Brücke im Verlauf der K37 handelt es sich auch nur um eine für Menschen.

Ich denke, Verkehrsbaumaßnahmen sollten nicht schöner geredet werden als sie sind.

Mit freundlichen Grüßen
Till Niemeyer

Wir werden wohl oder übel die Eröffnung der Autobahn abwarten müssen. Wie groß dann das Interesse von den Verantwortlichen sein wird, eventuell ein neues Lärmgutachten anfertigen zu lassen, bleibt abzuwarten. Man könnte ja manchmal auf den Gedanken kommen, dass ein friedvolles Örtchen mit knapp 210 Einwohnern in den Köpfen vieler gar nicht existiert.

Liebe Grüße
Andreas Haase

Zurück